Die Alte Stube

Die alte Stube ist seit dem Jahre 1625 kaum verändert.

Die Vertäfelung der Stube wurde 1924 neu gestaltet, zu der Zeit, als Falbesoner Vitus nicht nur Besitzer vom Bad Bärenbad, sondern auch Pächter der Franz-Senn-Hütte war.

Unsere Stube im
 Alpengasthaus Alt Bärnbad

Vitus Falbesoner zählte damals zu den jüngsten Pächtern einer Schutzhütte, und das alte Bad Bärenbad diente ihm auch als Relais-Station für seine Zulieferungen und als Zwischenstation für seine Bergsteiger-Gäste.


Unsere Stube von innen im
 Alpengasthaus Alt Bärnbad

Die Arbeiten an der Stubenvertäfelung leitete „Jochiler´s Jerge“, seiner Zeit ein Tischlermeister und Verwandter der Familie Falbesoner. Sein damaliger Lehrjunge, Ranalter Franz, der später aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten ein Stipendium für das Schnitzhandwerk erhielt, führte die wunderbaren Schnitzarbeiten an der Stubenvertäfelung aus:

Jede der vier Wände in der Stube zeigen unterschiedliche Fresken, die die vier Jahreszeiten darstellen, die Stuhllehnen sind alle mit unterschiedlichen Schnitzereien verziert und das Jahr dieser Arbeiten ist heute in dem mit Schnitzerei wunderschön gestalteten Wandschrank zu sehen. Die Decke der Stube ziert eine meisterhaft ausgeführte Kassettenarbeit aus Holz.


Die gesamte Stubenvertäfelung besteht aus dem gleichen „Voll-Holz“ (nicht furniert), nämlich aus den Brettern der Zirbe. Zirbenholz ist ein sehr weiches, helles, leicht rötliches Holz, das man deswegen auch gerne für Schnitz- und Innenarbeiten verwendet hat. Die Zirbe ist in höheren, kargen Gebirgsgegenden bevorzugt zu finden. Sie hat deswegen ein sehr langsames Wachstum, und wird nicht nur gerne als Bannwald (Schutz gegen Lawinen) genutzt, sondern sie ist durch das langsame Wachstum sehr kostbar und astreich. Dadurch weisen die aus Zirbe gefertigten Bretter ein regelrechtes Ast-„Muster“ auf, und wenn dann diese Bretter „aufgeklappt“ gegeneinander verarbeitet werden, zeigt sich ein natürliches Muster, das die Phantasie anregt, und man kann so verschiedene Waldtiere erkennen.

 

Das Holz für unsere Stube hat man dazumal mit Firneis eingelassen, um es gegen Wurmbefall zu schützen. Die eigentliche, dunkele Färbung hat unsere Stube durch den Tabakrauch der vielen Gäste erhalten. Früher hat man zur Reinigung der Vertäfelung in der Stube eine „gute Lauge“ verwendet, wodurch sie wieder heller wurde. Heute wird eine spezielle Möbelpflege für die Reinigung benutzt. So wird das Holz wohl vom Wohnbelag befreit, aber die Färbung bleibt dunkel und zugleich schützt das Mittel gegen Insektenbefall.

 

So kann man, so hoffe ich, auch noch in hundert Jahren unsere alte Zirbenstube bewundern.

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